Mit steigenden Beratungsanfragen aufgrund von politischen Veränderungen und neuen Gesetzen hatten die beiden Migrationsberaterinnen für erwachsene Zugewanderte, Cahide Mardfeldt und Maika Merz, in den Jahren 2023 und 2024 zu tun. Insgesamt haben sie im Jahr 2023 215 Fälle bearbeitet, im Jahr 2024 waren es mit Stand November 227 Fälle. Die Klient*innen kamen überwiegend aus Afghanistan, Bulgarien, Syrien und dem Irak. Die meisten von ihnen waren zwischen 27 und 40 Jahre alt.
„Aufgrund der politischen Lage erreichten uns seit 2023 mehr Anfragen zu konkreten Ausreisewünschen oder zu erwartenden negativen Asylbescheiden“, berichtet Maika Merz. „Die Vernetzung mit dem Kollegen der unabhängigen Perspektiv- und Rückkehrberatung in unserem Haus erleichterte eine schnelle Kooperation und ermöglichte bei Bedarf auch kurzfristige Beratungstermine.“
Die Aufgaben der MBE sind vielfältig und helfen Zugewanderten und Geflüchteten bei Fragen und Problemen des täglichen Lebens. Foto: Studio Abegg
Sprachkurse, Ausbildung, Arbeitsplatz und Einbürgerung seien weitere große Themen gewesen. „Bei vielen Migrantinnen und Migranten bestand der große Wunsch, ihren Integrationsprozess aktiv zu gestalten“, so Cahide Mardfeldt. Dieser werde jedoch an vielen Stellen erschwert – etwa durch lange Wartezeiten bei den Sprach- und Integrationskursen, fehlende Dolmetscher*innen in der Beratung, vor allem aber durch die zunehmend schwierige Kommunikation mit den überlasteten Behörden.
In ihrem Rückblick heben Cahide Mardfeldt und Maika Merz die insgesamt gute Zusammenarbeit mit der Hansestadt Lübeck und den Trägern der Sprachkurse hervor. Mit diesen gestalte sich die Kooperation „trotz einiger Engpässe bzw. Wartezeiten nach wie vor positiv“. Dabei profitiere die MBE vom Sprachnewsletter der Hansestadt Lübeck, einer Angebotsübersicht, die alle zwei Monate aktualisiert werde. Die gute Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Integration habe zudem „Früchte getragen“. Cahide Mardfeldt: „Das modifizierte kommunale Integrationskonzept, das wir aktiv mitgestalten konnten, ist nun in Umsetzung.“